Caldonazzo ist viel mehr als ein Feriendorf: Caldo steht für ein Stück unbeschwerte Kindheit. Denn viele SOS-Kinder unternehmen dorthin ihre erste Reise. Und während sie im Feriendorf vom Caldo-Team betreut werden, können die Kinderdorfmütter ihren wohlverdienten Urlaub genießen.
“Szia! Ciao! Ćao! Tere! Cześc’! Hallo!” Am Strand des Caldonazzo-Sees begrüßen sich die Kinder in sämtlichen europäischen Sprachen: auf Ungarisch, Italienisch, Serbisch oder Finnisch.
Wie funktioniert das, wenn bulgarische und deutsche Kinder zusammenkommen? “Kein Problem”, sagt die bulgarische Betreuerin Anja. “Vor allem die Kleinen verständigen sich mit Hand und Fuß. Bei Fußball, beim Basteln oder beim Planschen im See geht das sowieso wie von selber. Da weiß ja jeder, worauf es ankommt!” Die “Kleinen” – das sind in Caldo die Erstklässler. Ab diesem Alter fahren SOS-Kinder ins Feriendorf.
In Caldonazzo leben die Kinder drei bis vier Wochen in Zelten und einfachen Bungalows. Während die SOS-Kinderdorfmütter ihren wohlverdienten Urlaub genießen, kümmert sich das unermüdliche Caldo-Team um die quirligen Gäste: Allein 13 Bademeister wachen am Strand mit Adleraugen und Trillerpfeife darüber, dass keiner zu weit hinausschwimmt. Bademeister Tibor hat schon seine privaten Fans – das sind vor allem die, denen er schwimmen beigebracht hat oder die er schon öfters herausgepfiffen hat.
Dreimal am Tag werden aus der Großküche 50 orangefarbene Kleincontainer mit Essen antransportiert. Auch die Fahrer haben schon ihre speziellen Freunde, die beim Ein- und Ausladen mit anpacken. 170 Meter Apfelstrudel wollen schließlich verteilt sein!
Das klingt nach Massenveranstaltung, ist es aber nicht: Es gibt unzählige Spiel- und Bastelecken, wo die Kinder in kleinen Gruppen viel Spaß haben. Sie spielen Theater oder Beach-Volleyball, malen und werkeln, trommeln und singen. Andere Gruppen machen einen Ausflug auf eine Berghütte. Manche fahren mit dem Bus nach Venedig.
Am See ist Schlag zwölf Mittagspause, die Kinder essen und ruhen sich in ihren Zelten aus. Das Gelände ist groß genug, damit sich Jede und Jeder zurückziehen kann, wenn der Trubel zu bunt wird.
Es gibt also nichts, was es nicht gibt in Caldonazzo: Berge und Wasser, Sport und Spiel, Partys vorm Zelt oder Abenteuer am Lagerfeuer vor der Berghütte. Und jede Menge Gefühle: Der Triumph des Torschützen gehört dazu und der süße Schmerz der ersten Liebe. Manchmal gibt es ein paar Tränen zum Abschied. Aber nächstes Jahr ist ja wieder Caldonazzo!
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